Es gibt Tage, da stehe ich aufrecht für meine absolute Freiheit ein. Ich bin selbstbestimmt, unabhängig und eine Feministin durch und durch. Ein Freigeist, der sich von niemandem sagen lässt, wo die Grenzen verlaufen. Ich treffe meine eigenen Entscheidungen, verdiene mein eigenes Geld und hole mir den Platz, der mir zusteht.
Und dann gibt es die andere Seite.
Die Seite, die im Stillen (oder auch ganz offen) denkt: Ein bisschen Sexismus ist schon geil.
Das klingt nach einem Widerspruch, der Köpfe zum Explodieren bringt. Wie passt das zusammen? Die starke Frau, die für Gleichberechtigung kämpft, und die Frau, die Lust daran empfindet, mit klassischen Rollen zu spielen, sich fallen zu lassen oder bewusst zu solidarisieren, wenn es um das Spiel mit Macht und Begehren geht?
Für mich ist das kein Widerspruch. Es ist die ultimative Form der Selbstbestimmung.
Echte Freiheit bedeutet für mich nämlich auch die Freiheit, mit Klischees zu brechen – und sie gleichzeitig zu genießen, wenn ich es will. Wenn der "Sexismus" kein Zwang von außen ist, sondern ein Spiel, das ich kontrolliere. Ich entscheibe, wann ich die ungezähmte Feministin bin und wann ich die Facetten genieße, die das Patriarchat eigentlich verbieten will.
Ich lebe in beiden Welten. Und genau das macht mich komplett

