Libertinage - Dissidenz und Emanzipation oder dizzy dancing until the cows come home.
Wahrer Reichtum sind die Menschen, die uns umgeben.
Die Menschen, die mich umgeben, sind reich an Kreativität, Tatendrang und Abenteuerlust. Wie ein Spiegel meiner selbst in der besten Art und Weise. Keine Seltenheit und doch eine Besonderheit, erreichte mich eine Einladung:
“In Berlin tanzen, yay or nay?”
Nicht meine Wortwahl, aber durchaus meine Ortswahl - ich stimmte zu!
Darf ich vorstellen? Aliya und Tita. Zwei bemerkenswerte Genies und Herzen meines Universums. Wir drei waren wie Pech & Schwefel auf jeder Ebene, ausgenommen den Geruch.
In diesem Sommer war die Freiheit feucht und fröhlich; sie schmeckte nach Salz, ein wenig Sonnencreme und frisch gepresstem Saft. Ob verschmolzen am Wasser, während wir uns sonnten, oder verschweißt auf der Tanzfläche, die Perlen fließend, als wären wir eins. Die Noten, welche unsere Ohren küssten - fast wie eine vierte von uns. Die Musik war so wie wir: feurig, einnehmend und doch harmonisch. Die Melodie verführte unsere Hände und Hüften, das Erstere suchte Verbindung und das Letztere fand freien Schwung. Die Glückshormone unserer Dreieinigkeit ließen uns schmelzen, während der Bass unsere Körper verleitete.
Davon wollten wir mehr spüren - in Berlin. Mehr Einwohner, mehr Füchse und Wildschweine, mehr unerforschtes Terrain auf den Straßen und hinter Türen, die uns mit süßen Geräuschen und funkelnden Persönlichkeiten lockten.
In einem weißen BMW und schwarzer lederner Garderobe ging es nach Berlin. So gut eingespielt wie wir war unsere Playlist. Der Klassiker, bei dem das Radio hätte verstummen können, alle anderen Autos um uns verschwanden und in mir das Gefühl eintrat, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: Steppenwolf - Born To Be Wild.
Wären wir vor 200 Jahren oder heute am falschen Ort geboren, dann hätten sie uns verbrannt. Nicht mit famosen Trips unter paradiesischer Sonne, sondern aus angst, Ignoranz und Kontrollsucht.
Wir waren emanzipiert. Wir hatten jede unseren eigenen Stil, Ambitionen und Wege, welche sich wie ein himmlisches Geschenk kreuzten.
An der Kreuzung Prinzenstraße / Gitschiner Straße in Kreuzburg stiegen wir aus. Das passte, denn wir fühlten uns wie Prinzessinnen. Wir genossen ein paar stille Atemzüge. Die Kreuzung durfte laut sein, wir waren durchlässig und hörten zu.
Was ist Freiheit, wenn nicht Achtsamkeit? Bist du nicht achtsam, so wird sie dir entzogen.
Ruhe ist für mich Ungezwungenheit. Anstatt vom Auto ins Hotel zu gehen, möchte ich erstmal die Luft schnuppern, als Besucherin der Stadt die Ehre erweisen, die Architektur von unten bis oben betrachten und die Menschen um mich herum wirklich sehen.
Auf dem Weg zu unseren als Zimmer verkleideten Kleiderschränken sprachen wir über Intentionen und einigten uns darauf: „im Fluss zu sein“. Was auch immer eine von uns inspiriert war zu tun, war willkommen.
Unser 1. Stop nach dem Hotel war ein Club von Titas Bucketliste. Sie war stets diejenige mit den ausgekübelten Plänen, ich war für die kulinarische Befriedigung zuständig und Aliya für die Morale, also Stimmung, denn unsere Vereinigung fühlte sich an wie ein Schild vor gesellschaftlichen Erwartungen und Regeln.
Der Nonkonformismus ist laut in Berlin, durch Repräsentation, durch das ritualisierte Weglassen von Höflichkeiten, durch die Atmosphäre, die auf der Straße herrscht. Zumindest auf den Straßen, durch die wir in dieser Nacht wanderten. Meine Brüste waren so ungehalten wie Titas Tanzwut, in einem pinken Meshtop ließ ich meine Nippel die sommerliche Brise kosten und ich fühlte mich wohl. Keine Verurteilung, keine Objektifizierung und keine Diskriminierung.
Freiheit für mich bedeutet, über meinen Körper, meine Arbeit, meine Zeit und meinen Lebensstil mit alleiniger Kontrolle zu bestimmen. Wir alle besitzen die Freiheit zu lernen, zu wachsen und unsere Meinung zu verändern.
AC
*Namen sind verändert und es wurden enthusiastische Zustimmungen gegeben.


Sweet 💞